Golden Retriever – Wissenswertes über die Hunderasse

Golden Retriever

Der Golden Retriever ist eine britische Hunderasse, die von der FCI anerkannt wurde. Er gehört weltweit zu den beliebtesten Hunderassen. Seinen Namen verdankt der Golden Retriever seinem Erscheinungsbild, d.h. dem goldenen bis cremefarbenen Fell, das glatt oder auch leicht gewellt sein kann. 

Anfangs wurde er als Jagdhund gezüchtet, da er äußerst zuverlässig und ausdauernd bei der Suche nach Beute dabei ist und sich von nichts ablenken lässt. Er ist sowohl auf dem Wasser als auch in Feld unschlagbar. Außerdem ist er dank seinem sanften Wesen und der guten Verträglichkeit mit Artgenossen gut bei der Jagd mit anderen Hunden einsetzbar. 

Wegen seinen sanften Wesensmerkmalen ist er als Familienhund oder Anfängerhund sehr geeignet. Sein Wille zum Gehorsam und Unterordnung wird noch mehr durch die Integration ins Familienleben gestärkt. Er hat ein ausgeglichenes Temperament, ist sehr verspielt und nimmt freudig an allen Aktivitäten seiner Menschenfamilie teil.

Top 5 Eigenschaften

  • Golden Retriever verlieren reichlich an Haar, vor allem im Frühjahr und Herbst. Tägliches Bürsten verhindert das Ansammeln der Haare auf der Kleidung und im ganzen Haus. Trotzdem muss man sich mit einem Golden Retriever im Haus ans Hundehaar gewöhnen.
  • Golden Retriever sind Familienhunde, die sich emotional sehr an ihre Menschen binden. Eine Haltung im Hinterhof oder Zwinger wäre auf keinen Fall geeignet, da der Hund leiden würde und es zu Verhaltensstörungen führen könnte. Sie müssen drinnen mit ihrer menschlichen Familie leben und sollten nicht stundenlang allein im Hinterhof verbringen. Aus diesem Grund sind Golden Retriever für ganztags Berufstätige leider nicht zu empfehlen, da der Hund die Einsamkeit und den Entzug der Gesellschaft schwer ertragen würde. Obwohl sie sanft und vertrauenswürdig mit Kindern sind, ist Vorsicht bei kleinen Kindern geboten. Ein ausgewachsener Hund kann versehentlich über ein kleines Kind stolpern und es sogar verletzen.
  • Golden Retriever sind bewegungsfreudige Hunde, die täglich 40-60 Minuten hartes Training und lange Spaziergänge benötigen. Agility- und Gehorsamtraining, sowie andere Hundeaktivitäten sind sehr wichtig für die körperliche und geistige Entwicklung dieser Hunderasse.
  • Goldene Retriever lieben es zu futtern und können deshalb schnell übergewichtig werden. Sie sollten in regelmäßigen Mahlzeiten gefüttert werden, statt das Futter über den ganzen Tag erreichbar für den Hund zu machen. 
  • Weil diese Hunderasse so beliebt ist, gibt es auch viele Menschen, die Golden Retriever züchten, deren Hauptziel es eher ist, Gewinn aus der Nachfrage nach diesen Welpen zu machen, als glückliche und gesunde Hunde zu züchten. Beim Anschaffen eines Hundes sollte daher auf geprüfte und seriöse Züchter geachtet werden. Der Hund müsste ebenfalls auf Erbkrankheiten untersucht werden.

Geschichte

Die Geschichte der Retriever lässt sich heute kaum zurückverfolgen, da sich immer noch viele Legenden halten, deren Wahrheitsgehalt man heute nicht mehr überprüfen kann. Mit Sicherheit kann man nur sagen, dass alle Retriever aus Neufundland stammen. Englische Seeleute, begeistert von der Arbeit der wasserfreudigen Hunde, brachten sie Anfang des 19. Jahrhunderts aus Neufundland nach England. Diese Rasse wurde mit den englischen Jagdhunden gekreuzt und so entstanden die „Wavy Coated Retriever“.

Ein gewisser Lord Tweedmouth kaufte einen Hund, Nous, den einzigen Hund mit hellem Fell in einem schwarzen Wurf. Nous wurde mit Belle, einem Tweed Water Spaniel, gepaart. Auf ihren Wurf baute Lord Tweedmouth seine Zucht auf. So wurde der Golden Retriever Ende des 19. Jahrhunderts bekannt. In Deutschland erreichte der Golden Retriever in den Achtziger und Neunziger Jahren einen hohen Beliebtheitsgrad.

Merkmale

Größe

Die Golden Retriever gehören zu den mittelgroßen Hunderassen. Die Rüden sind 56 bis 61 cm groß und wiegen 30 bis 34 Kilogramm. Die Hündinnen sind in der Regel 51 bis 56 cm groß und 25 bis 30 Kilogramm schwer. Golden Retriever erreichen ihre volle Größe, wenn sie etwa ein Jahr alt werden und ihr volles Gewicht im Alter von etwa zwei Jahren.

Persönlichkeit

Ein süßes, ruhiges Wesen ist das Markenzeichen der Rasse. Der Golden Retriever wurde gezüchtet, um mit Leuten zu arbeiten und ist bestrebt, seinem Besitzer Freude zu machen. Trotzdem muss auch diese Hunderasse, wie alle anderen, die richtige Ausbildung erhalten, um das Beste aus seinem Erbe zu machen. Daher braucht der Golden Retriever eine frühe Sozialisierung, um sicherzustellen, dass der goldene Welpe gesund aufwächst.

Fellfarben und Fellpflege

Die Farbe seines weichen, dichten Fells schwankt von cremefarben bis zu dunkelgolden. Einige Züchter haben damit begonnen, „seltene weiße Goldene Retriever“ zu verkaufen, aber Weiß als Fellfarbe für die Rasse ist in den meisten Ländern nicht anerkannt.

Golden Retriever haben ein dichtes, wasserabweisendes Deckhaar, dass mal glatt mal wellig sein kann, und eine dicke wärmende Unterwolle. Sie verlieren ihre Haare mäßig im Winter und Sommer, aber im Frühjahr und im Herbst sollten sich Hundehalter dieser Rasse an Hundehaare im Haus einstellen. Die Fellpflege sollte diesen Bedingungen angepasst werden. Der dicke Mantel des Golden Retrievers bedeutet viel Pflege. Tägliches Bürsten wird empfohlen, um Verwicklungen zu verhindern – jedoch mindestens einmal die Woche. Er wird auch mindestens einmal im Monat ein Bad benötigen, jedoch oft häufiger, da sich der Hund gern draußen austobt.

Gesundheit und mögliche Probleme

Die Golden Retriever Rasse hat eine Lebensdauer von 10 bis 13 Jahren, erfreulicher Weise Tendenz steigend. Einige seiner gesundheitlichen Probleme sind Augenerkrankungen, Ellenbogen-Dysplasie (ED), Hüftgelenkdysplasie (HD), Epilepsie usw. Um diese und andere Krankheiten frühzeitig zu entdecken, sind regelmäßige Herz-, Hüft-, Schilddrüsen-, Augen- oder Ellbogen-Tests während Routineuntersuchungen zu empfehlen.

Bekannte gesundheitliche Probleme

Gelenksdysplasien ED und HD: Obwohl Gelenksdysplasien wegen der Veranlagung zur Entwicklung einer Fehlstellung der Knochen genetisch bedingt sind, hängt die Entwicklung einer Erkrankung auch von der Haltung ab. Die Ursachen einer solchen Erkrankung können falsche Ernährung, Übergewicht und starke Überforderung der Gelenke im Wachstum sein.

Die Spaziergänge, vor allem bei jungen Hunden, sollten eine angemessene Dauer haben. Das Futter darf nicht zu gehaltvoll sein, da es das Wachstum fördert und damit auch die Belastung der Gelenke.

Epilepsie: Hunde haben ähnliche Symptome der Epilepsie wie Menschen. Die Entwicklung der Krankheit macht sich meist im Alter von ein bis drei Jahren bemerkbar und zwar während einer Ruhephase, also wenn er schläft oder ruht. Dabei kann es zum Sabbern oder Rudern mit den Beinen kommen. Außerdem passiert es manchmal, dass die Hunde Blase und Darm entleeren oder sogar schnappen. Die Anfälle können mit entsprechenden Medikamenten verringert und sogar verhindert werden.

Augenkrankheiten: Zu den am häufigsten auftretenden rassentypischen Krankheiten gehören eine Form der Katarakt und verschiedene Formen des Netzhautschwundes. Bei beiden Erkrankungen kommt es zur teilweisen oder vollständigen Erblindung. 

Der Krankheitsverlauf bei Erkrankung an der Katarakt kann durch eine Operation beeinflusst werden, aber es muss im Einzelfall eine Entscheidung getroffen werden. Doch das Auftreten des Netzhautschwundes führt schließlich zur völligen Blindheit ohne Chancen auf Heilung. Erfreulicherweise gewöhnen sich die betroffenen Hunde an den Zustand und können damit leben.

Fütterung und Pflege

Bei der Fütterung sollte darauf geachtet werden, dass das Futter keine Mineralstoff- und Vitaminzusätze enthält und nicht zu proteinreich ist. Mit diesen Vorsichtsmaßnahmen sollte das Risiko einer Gelenksdysplasie verringert werden. Da der Hund zu Übergewicht neigt, sollte er das Futter in geregelten Zeiten bekommen, statt es ihm nach Belieben zur Verfügung zu stellen.

Bei der Pflege sollte auf regelmäßige Mundhygiene geachtet werden, sonst kommt es zu Zahnfleischerkrankungen. Es wird regelmäßiges Bürsten empfohlen. Außerdem sind Ohrinfektionen bei dieser Rasse üblich, also muss das äußere Ohr gründlich gereinigt werden. Die Pfoten des Hundes sind sehr empfindlich – aus diesem Grund sollte man das Schneiden der Nägel lieber dem Profi überlassen, da es zu Blutungen kommen könnte. Bei den Augen ist auf Rötungen zu achten. 

Es ist zu empfehlen, den Hund schon in jungen Jahren an die Pflege und Untersuchungen zu gewöhnen und die positive Erfahrung mit Lob und Belohnungen zu stärken, um spätere Schwierigkeiten bei den Untersuchungen und der nötigen Pflege zu vermeiden. Die regelmäßigen Untersuchungen helfen, potenzielle Gesundheitsprobleme frühzeitig zu erkennen und vorzubeugen.

Verträglichkeit mit Kindern und anderen Rassen

Der liebenswürdige Golden Retriever fühlt sich durch den Lärm und die Aufregung der Kinder nicht belästigt – ganz im Gegenteil, er genießt es und strebt eine solche Interaktion an. Trotz seines sanften Wesens sollte man bedenken, dass es sich um einen doch recht großen Hund handelt, wenn ausgewachsen. Er könnte aus Versehen ein kleines Kind verletzen. Deswegen sollte wie bei jeder anderen Hunderasse den Kindern der richtige Umgang mit Hunden rechtzeitig beigebracht werden. 

Bei Kleinkindern müsste die Interaktion von Erwachsenen überwacht werden. Das Kind muss wissen, sich niemals einem Hund zu nähern, während er isst oder sogar versuchen, dem Hund das Essen wegzunehmen. Kein Hund, egal wie freundlich, sollte unbeaufsichtigt mit einem kleinen Kind gelassen werden.

Der Golden Retriever verträgt sich sehr gut mit anderen Rassen. Er genießt die Begleitung von anderen Hunden und mit ordnungsgemäßem Training kann man ihm mit Katzen, Kaninchen und anderen Haustieren vertrauen.

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